Einführung

Sie halten einen detaillierten Schritt-für-Schritt-Leitfaden in den Händen, der Ihnen zeigt, wie Sie von Grund auf eine kostengünstige mobile Proxy-Node auf den Mini-PCs Raspberry Pi oder Orange Pi zusammenstellen und einrichten können. Wir werden den gesamten Weg durchgehen: von der Auswahl des Boards, Modems und der Stromversorgung bis hin zur Installation des Betriebssystems, Treibern und Programmen, der Konfiguration des Proxy-Servers, seinem Autostart, Stabilität und Tests. Am Ende haben Sie einen lokal oder remote zugänglichen HTTP(S)/SOCKS5 Mobilen Proxy, der auf einem 4G/5G Modem basiert, mit der Möglichkeit, die Sitzung neu zu starten, um eine neue mobile IP zu erhalten, sowie einem grundlegenden Monitoring- und Logging-System.

Für wen ist dieser Leitfaden gedacht: für Anfänger, die zum ersten Mal mit Raspberry Pi oder Orange Pi in Kontakt kommen und eine verständliche Anleitung ohne „Lücken“ wünschen. Gleichzeitig geben wir einige fortgeschrittene Tipps für diejenigen, die das Beste aus der Hardware herausholen möchten. Der Leitfaden eignet sich für das Heimlabor, die Abteilung zur Testung mobiler Produkte, die interne Infrastruktur eines Unternehmens sowie für Bildungsprojekte.

Was Sie im Voraus wissen sollten: Grundkenntnisse im Umgang mit dem Linux-Terminal auf Copy-Paste-Niveau, die Fähigkeit, ein Abbild des Systems auf eine microSD-Karte zu schreiben und Anschlüsse zu verbinden. Alles andere erklären wir. Wir vermeiden absichtlich professionelles Jargon oder erklären es sofort.

Wie viel Zeit benötigt wird: Bei Vorhandensein aller Komponenten 2–4 Stunden, einschließlich Installation des Betriebssystems und Updates. Das Laden von Paketen und Firmware kann länger dauern, wenn die Internetverbindung langsam ist.

Schnelle Sprünge zu den Abschnitten: zur Auswahl von Board, Modem und Stromversorgung, zur Konfiguration des Proxy-Servers.

⚠️ Achtung: Verwenden Sie diese Anleitung ausschließlich im Rahmen der geltenden Gesetze. Verwenden Sie Proxy nicht für illegale Aktivitäten und versuchen Sie nicht, Einschränkungen oder Sperren zu umgehen. Halten Sie die Bedingungen Ihres Vertrages mit Ihrem Mobilfunkanbieter ein.

Hinweis: Wenn Sie eine fertige Cloud-Option zur Verwaltung mobiler IPs ohne eigenständigen Aufbau benötigen, ziehen Sie spezialisierte Dienste in Betracht. Zum Beispiel erwähnen wir mobileproxy.space als Referenz zur Veranschaulichung der Möglichkeiten solcher Lösungen und Funktionen, die Sie teilweise auf Ihrer Node reproduzieren können.

Vorbereitung

Stellen Sie vor dem Start sicher, dass Sie alle Werkzeuge, Zugriffe und Software parat haben. Dieser Abschnitt schützt Sie vor Unterbrechungen während des Prozesses.

Notwendige Werkzeuge, Programme und Zugriffe

  • Computer mit Windows, macOS oder Linux, um das Abbild des Systems auf die microSD-Karte zu schreiben.
  • Kartenleser für microSD.
  • Internetverbindung zum Herunterladen der Betriebssystemabbilder und Pakete.
  • SSH-Client-Terminal (Windows: eingebauter PowerShell oder jeder SSH-Client; macOS/Linux: eingebautes Terminal).
  • Programm zum Schreiben von Abbilden: Raspberry Pi Imager oder ein beliebiges Tool zum Schreiben von Abbildern auf die microSD-Karte.

Systekanforderungen

  • Mini-PC: Raspberry Pi 3B/3B+/4B/5 oder Orange Pi (z.B. Orange Pi PC, Orange Pi Zero2, Orange Pi 3 LTS, Orange Pi 5). Wir empfehlen nicht unter Raspberry Pi 3B+ oder ein vergleichbares Orange Pi.
  • Speicher: microSD-Karte 16–32 GB Klasse A1/A2. Für Stabilität ist 32 GB besser.
  • Netzteil: für Raspberry Pi 4 — 5V 3A mit USB-C; für Raspberry Pi 3 — 5V 2.5A micro-USB; für Orange Pi — je nach Modell (gewöhnlich 5V 3A USB-C oder 5V 2–3A DC).
  • Mobiles Modem: 4G/5G USB-Modem oder Modem in Form von mini-PCIe/M.2 in einem USB-Adapter. Beliebt sind: Huawei E3372 (Stick oder HiLink), ZTE MF833, Quectel EC25/EG25-G/EP06/EM12, Sierra Wireless EM7455/EM7565 (über USB-Adapter). Für 5G: Quectel RM500Q/RM520N (über M.2-USB-Adapter mit Stromversorgung und Antenne).
  • SIM-Karte mit aktivem Datentarif. Erkunden Sie bei Ihrem Anbieter APN und Beschränkungen.
  • Ethernet-Kabel oder Zugang zu Wi‑Fi für die erste Konfiguration.

Was Sie im Voraus herunterladen und installieren sollten

  1. Laden Sie den Raspberry Pi Imager herunter oder bereiten Sie das Schreibprogramm vor.
  2. Für Raspberry Pi: verwenden Sie Raspberry Pi OS Lite (Bookworm, 64-Bit) für ein minimales System. Für Orange Pi: laden Sie ein geeignetes Armbian (basierend auf Debian 12, Kernel 6.x), Lite-Version ohne grafische Benutzeroberfläche herunter.
  3. Bereiten Sie einen SSH-Client vor (z.B. den Standard OpenSSH).
  4. Sammeln Sie die APN-Parameter Ihres Anbieters: APN-Name, falls erforderlich Benutzername und Passwort. Beispiel: APN — internet, Benutzername — leer, Passwort — leer. Genaue Daten finden Sie in den Unterlagen des Anbieters.

Backups erstellen

Wenn Sie eine bereits konfigurierte microSD-Karte wiederverwenden, erstellen Sie ein Backup des Abbilder. Unter Windows können Sie jedes Abbildlesetool verwenden; unter macOS/Linux verwenden Sie den Befehl dd, um eine Abbilddatei zu erstellen. Bewahren Sie eine Kopie auf einer externen Festplatte auf.

Hinweis: Führen Sie ein Protokollbuch, in dem alle Befehle und Einstellungen festgehalten werden. Dies spart Zeit bei der erneuten Konfiguration oder beim Transfer auf ein anderes Board.

Grundbegriffe

Wichtige Begriffe einfach erklärt

  • Mobiler Proxy — ein Proxy-Server, der über ein Mobilfunknetz (4G/5G) ins Internet geht. Webseiten sehen die mobile IP.
  • ModemManager — Linux-Dienst zur Verwaltung mobiler Modems über Standardschnittstellen (QMI, MBIM, PPP, AT-Befehle).
  • QMI/MBIM/NCM — Verbindungsarten zwischen Linux und dem Modem. QMI und MBIM — modern und schnell; PPP — veraltet und langsam; NCM — Ethernet-Emulation für einige Modems.
  • 3proxy — ein leichter Proxy-Server, der HTTP, HTTPS (CONNECT), SOCKS5, Authentifizierung und Logging unterstützt.
  • IP-Wechsel — Neustart der Modem-Sitzung (oder „Flugmodus“), um eine neue mobile IP vom Anbieter zu erhalten. Es gibt keine Garantie: Der Anbieter kann die gleiche Adresse zurückgeben.

Grundprinzipien

Der Mini-PC wird über USB mit dem mobilen Modem verbunden. Das Modem registriert sich im Netz, aktiviert die mobile Schnittstelle und erhält eine IP vom Anbieter. Auf dem Mini-PC wird der Proxy-Server gestartet, der einen bestimmten Port abhört und Verbindungen aus dem lokalen Netzwerk oder über Port-Proxying vom Router akzeptiert. Der Datenverkehr der Clients verläuft über das Modem. Auf Anfrage können Sie die Modemsitzung zur IP-Rotation neu starten.

Wichtige Punkte, die vor dem Start zu beachten sind

  • Stromversorgung ist kritisch: USB-Modelle verbrauchen bei Spitzen bis zu 0.5–1A. Es wird ein qualitativ hochwertiges Netzteil und ein gutes USB-Kabel benötigt. Für 5G-Modems sollten Sie einen aktiven USB-Hub mit eigener Stromversorgung einplanen.
  • Kühlung: Raspberry Pi 4/5 und leistungsstarke Orange Pis werden heiß. Installieren Sie einen Kühler und einen Lüfter.
  • Netzabdeckung: Geschwindigkeit und Stabilität hängen von der Qualität des LTE/NR-Signals ab. Verwenden Sie externe Antennen und eine geeignete Platzierung.
  • Gesetzlichkeit: Arbeiten Sie streng im Rahmen der Gesetze und Richtlinien des Anbieters.

⚠️ Achtung: Versuchen Sie nicht, die IMEI oder andere Geräteidentifikatoren zu ändern. Das ist illegal. Alle Einstellungen in diesem Leitfaden sind legal und basieren auf standardmäßigen Linux-Werkzeugen.

Schritt 1: Auswahl von Mini-PC, Modem und Stromversorgung

Ziel des Schrittes

Geeignetes und zuverlässiges Hardware-Zubehör auszuwählen, um Probleme beim Start zu vermeiden.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Wählen Sie das Board. Wenn Sie einen möglichst stabilen Start wünschen — Raspberry Pi 4B mit 2–4 GB RAM. Wenn Sie moderne Leistung benötigen — Raspberry Pi 5. Alternative: Orange Pi 3 LTS oder Orange Pi 5 (berücksichtigen Sie die Unterschiede in den Armbian-Images).
  2. Wählen Sie ein USB-Modem. Zur Einfachheit — Huawei E3372 im Stick-Modus oder ZTE MF833. Für Flexibilität und Geschwindigkeit — Quectel EG25-G oder EP06/EM12 über einen USB-Adapter mit Stromversorgung und Antennen. Für 5G — Quectel RM520N-GL mit USB 3.0-Adapter und externer Stromversorgung.
  3. Überprüfen Sie die Frequenzen. Stellen Sie sicher, dass Modem und Anbieter die benötigten LTE/5G-Bandbreiten in Ihrer Region unterstützen.
  4. Bereiten Sie die Stromversorgung vor. Für Raspberry Pi 4 — 5V 3A Netzteil mit gutem Kabel; für 5G-Modem — aktiver USB-Hub 5V 2-3A.
  5. Besorgen Sie eine microSD 32 GB A1/A2. Eine Karte einer zuverlässigen Marke verringert die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen.
  6. Bereiten Sie die Kühlung vor: Kühler und Lüfter im Gehäuse.
  7. Besorgen Sie Antennen für das Modem, wenn diese nicht im Lieferumfang enthalten sind. Für Quectel sind häufig 2×LTE/NR Antennen SMA erforderlich.

Wichtige Punkte

  • Die Stabilität der Stromversorgung bestimmt, ob das Modem unter Last ausfällt.
  • Antennen und Platzierung verbessern das Signal und die endgültige Geschwindigkeit.
  • Kompatibilität: Raspberry Pi OS und Armbian unterstützen die meisten Modems über ModemManager und Treiber qmi_wwan/cdc_mbim/option.

Hinweis: Wenn Sie sich hinsichtlich des Modems unsicher sind — nehmen Sie Quectel EG25-G als „goldene Mitte“ in Bezug auf Kompatibilität und Stabilität auf 4G.

Erwartetes Ergebnis

Sie haben ein Setup auf Ihrem Tisch: Mini-PC, Speicherkarte, Netzteil, USB-Modem mit SIM-Karte, Antennen, Kabel und Kühlung.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Modem wird stark heiß. Lösung: Verwenden Sie einen aktiven Hub, bringen Sie das Modem an einem USB-Verlängerungskabel an, fügen Sie einen Wärmeableitenden Kühler am Adapter hinzu.
  • Problem: Schwaches Signal im Raum. Lösung: Verwenden Sie eine externe Antenne, bringen Sie das Modem zum Fenster, verwenden Sie ein langes USB-Kabel.
  • Problem: Unsicher, ob Stick oder HiLink bei Huawei E3372. Lösung: Wir richten beide Typen ein; für HiLink gibt es eine andere Art der Verbindungssteuerung.

✅ Überprüfung: Überprüfen Sie die Vollständigkeit und die Übereinstimmung mit den Anforderungen. Notieren Sie die IMEI des Modems und das Modell zur Inventarisierung (nur zur Aufzeichnung, ändern Sie die IMEI nicht).

Schritt 2: Installation des Betriebssystems und grundlegender Pakete

Ziel des Schrittes

Eine aktuelle Betriebssysteminstallation ohne grafische Benutzeroberfläche durchzuführen, SSH zu aktivieren, das System zu aktualisieren und die Werkzeuge zu installieren, die später benötigt werden.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schreiben Sie das Abbild. Stecken Sie die microSD in den Kartenleser. Öffnen Sie den Raspberry Pi Imager oder Ihr Tool. Wählen Sie Raspberry Pi OS Lite (Bookworm, 64-Bit) für den Raspberry Pi oder ein passendes Armbian Lite für den Orange Pi. Geben Sie die Speicherkarte an und klicken Sie auf die Schaltfläche „Schreiben“. Warten Sie auf den Abschluss und die Verifizierung.
  2. Aktivieren Sie SSH. Für Raspberry Pi: ziehen Sie die Karte nach dem Schreiben ab und verbinden Sie sie erneut mit dem PC. Erstellen Sie im Boot-Partition einen leeren Datei mit dem Namen ssh ohne Erweiterung. Für Armbian ist SSH standardmäßig aktiviert.
  3. Erster Start. Stecken Sie die microSD in das Board, verbinden Sie Ethernet mit dem Router und schließen Sie die Stromversorgung an. Warten Sie 1–2 Minuten beim ersten Einsatz des Systems.
  4. Finden Sie die IP des Boards. Überprüfen Sie auf dem Router die Liste der DHCP-Clients und suchen Sie nach dem Gerät Raspberry Pi/Orange Pi. Oder verwenden Sie einen Netzwerkscanner. Angenommen, die Adresse lautet 192.168.1.50.
  5. Verbinden Sie sich über SSH. Unter Windows öffnen Sie PowerShell und führen Sie aus: ssh pi@192.168.1.50 (für Raspberry Pi, Standardpasswort ist „raspberry“, wenn nicht im Imager geändert). Für Armbian werden beim ersten Zugriff Passwort und Benutzername festgelegt.
  6. Aktualisieren Sie das System. Führen Sie nacheinander aus: sudo apt update, dann sudo apt full-upgrade -y. Warten Sie auf den Abschluss. Starten Sie neu: sudo reboot. Verbinden Sie sich erneut über SSH.
  7. Installieren Sie die grundlegendeste Pakete: sudo apt install -y modemmanager usb-modeswitch usbutils psmisc jq curl socat netcat-traditional. Für QMI/MBIM-Modems fügen Sie hinzu: sudo apt install -y libqmi-utils libmbim-utils.
  8. Installieren Sie die Netzwerktools: sudo apt install -y iproute2 iptables ufw ca-certificates.
  9. Stellen Sie die Zeitzone ein: sudo timedatectl set-timezone Europe/Moscow (oder Ihre Stadt). Aktivieren Sie die Zeit-Synchronisierung: sudo timedatectl set-ntp true.

Wichtige Punkte

  • Verwenden Sie Lite-Abbilder ohne grafische Benutzeroberfläche. Diese benötigen weniger Ressourcen und sind stabiler.
  • Starten Sie neu nach größeren Kernel- und Firmware-Updates.
  • Bewahren Sie Zugriffe auf: Ändern Sie die Standardpasswörter und notieren Sie sie an einem sicheren Ort.

Hinweis: Geben Sie einen statischen Hostnamen an: sudo hostnamectl set-hostname mobi-proxy-01. Dies erleichtert die Navigation im Netzwerk.

Erwartetes Ergebnis

Der Mini-PC ist über SSH erreichbar, aktualisiert, hat ModemManager, QMI/MBIM-Tools und Netzwerkanwendungen installiert.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Keine SSH-Verbindung. Lösung: Überprüfen Sie, ob die Datei ssh im Boot-Partition eingeschaltet ist (für Raspberry Pi), das Netzwerk-Kabel und die DHCP-Tabelle im Router.
  • Problem: Update hängt. Lösung: Warten Sie, dann überprüfen Sie, ob die Speicherkarte voll ist. Ein Neustart über sudo reboot ist möglich. Bei erneutem Ausfall schreiben Sie das Abbild neu.
  • Problem: Pakete sind nicht erreichbar. Lösung: Überprüfen Sie Datum/Uhrzeit, DNS und den Pfad mit ping 1.1.1.1 und ping debian.org. Korrigieren Sie das Netzwerk.

✅ Überprüfung: Führen Sie mmcli -L aus. Das Modem kann möglicherweise nicht vorhanden sein, aber der Befehl sollte ausgeführt werden und keine Fehler über fehlenden ModemManager zurückgeben.

Schritt 3: Anschließen und Konfigurieren des mobilen Modems

Ziel des Schrittes

Sicherzustellen, dass das Modem stabil vom System erkannt wird, sich im Netzwerk registriert und die mobile Verbindung unter Linux hochfährt.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schließen Sie das Modem an das Board an. Verwenden Sie für stromhungrige Modems einen aktiven USB-Hub. Setzen Sie die SIM-Karte in das Modem ein, bevor Sie es anschließen.
  2. Überprüfen Sie die Erkennung des Geräts: lsusb. Sie sollten eine Zeile mit dem Namen des Modems (Huawei, ZTE, Qualcomm, Quectel) sehen. Speichern Sie die Ausgabe für Notizen.
  3. Überprüfen Sie die Ports: dmesg | tail -n 50. Die Geräte /dev/ttyUSBx oder Netzwerkschnittstellen wie wwan0, cdc-wdm0, usb0 oder eth1 sollten erscheinen, je nach Modus.
  4. Überprüfen Sie, ob ModemManager das Modem sieht: mmcli -L. Das Modem sollte erscheinen, z.B. /org/freedesktop/ModemManager1/Modem/0.
  5. Entsperren Sie das Modem bei Anforderung nach PIN: mmcli -m 0 --pin=1234 (ersetzen Sie durch Ihre PIN, falls aktiviert). Es empfiehlt sich, die PIN vorher im Telefon zu deaktivieren.
  6. Setzen Sie den APN. Für das Standardprofil: mmcli -m 0 --simple-connect="apn=internet,user=,password=" oder mmcli -m 0 --3gpp-operator-format=long falls notwendig. Für MBIM: verwenden Sie mbimcli -d /dev/cdc-wdm0 --attach-packet-service mit anschließender Konfiguration über ModemManager — häufiger ist mmcli --simple-connect einfacher.
  7. Überprüfen Sie den Status: mmcli -m 0. Im Abschnitt Status sollten Sie state: connected sehen, und im Bearer — die Verbindungsparameter.
  8. Überprüfen Sie die Schnittstelle: ip a. Es sollte eine Schnittstelle vom Typ wwan0 oder usb0/ncm0 erscheinen, je nach Modus. Führen Sie ip route aus, um den Standardpfad über die mobile Schnittstelle zu sehen.
  9. Überprüfen Sie das Internet: curl -4 ifconfig.me und curl -4 ipinfo.io/ip (oder jeden ähnlichen Dienst). Sie sollten die öffentliche mobile IP sehen.

Wichtige Punkte

  • Modem-Modi: E3372 kann im HiLink (Router) oder Stick (Modem) Modus arbeiten. Im HiLink wird die Schnittstelle wie eth1/usb0 mit einer internen Adresse angezeigt, die Steuerung erfolgt über die Web-Oberfläche des Modems. Im Stick-Modus erfolgt die Verwaltung über QMI/NCM/PPP. Wir empfehlen den Stick-Modus oder ein vollwertiges QMI/MBIM Modem (Quectel).
  • Keine externen Patches ohne Notwendigkeit: moderne Kerne unterstützen die meisten Modems.
  • Antennen: Verwenden Sie beide MIMO-Antennen für Stabilität bei 4G/5G.

Hinweis: Bei Quectel Modems ist der Haupt-AT-Port normalerweise /dev/ttyUSB2. Der Befehl echo -e "AT+CSQ\r" | socat - /dev/ttyUSB2,crnl zeigt das Signalniveau an. Gut ist, wenn CSQ 15 oder höher ist.

Hinweis: Wenn Sie ein HiLink-Modem haben, öffnen Sie zuerst die Web-Oberfläche im Browser unter der Adresse, die in ip a angezeigt wird (gewöhnlich 192.168.8.1), aktivieren Sie dann die mobilen Daten und überprüfen Sie den Verbindungsstatus.

Erwartetes Ergebnis

Das Modem registriert sich erfolgreich und verbindet sich mit dem Netzwerk. Die curl-Befehle geben die öffentliche mobile IP zurück.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Modem erscheint nicht in mmcli -L. Grund: Falscher Modus oder unzureichende Stromversorgung. Lösung: Schließen Sie es an einen aktiven USB-Hub an; bei Huawei — stellen Sie sicher, dass es im Stick-Modus ist, installieren Sie usb-modeswitch (bereits installiert), starten Sie es neu.
  • Problem: Hardware ist durch PIN gesperrt. Lösung: Deaktivieren Sie die PIN auf der SIM im Telefon; oder entsperren Sie sie über mmcli -m 0 --pin=XXXX.
  • Problem: Kein Internet. Grund: Falscher APN. Lösung: Klären Sie den APN mit Ihrem Anbieter ab; für einige Tarife sind Benutzername/Passwort erforderlich, wenden Sie --simple-connect mit den Parametern an.
  • Problem: IP ändert sich nicht bei Wiederverbindung. Grund: Anbieter kann die Adresse cachen. Lösung: Warten Sie bis zum Timeout oder führen Sie eine vollständige Neuregistrierung durch (siehe Abschnitt zur Rotation unten).

✅ Überprüfung: Führen Sie mmcli -m 0 und ip a aus. Sie sollten den Status „connected“ und eine aktive Schnittstelle mit Adressierung sehen. curl -4 ifconfig.me sollte die mobile IP zurückgeben.

Schritt 4: Konfiguration des Proxy-Servers

Ziel des Schrittes

Installation und Konfiguration eines leichten Proxy-Servers 3proxy, der Internetzugang über das mobile Modem bereitstellt.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Installieren Sie 3proxy. Auf Debian/Ubuntu-basierten Systemen ist oft das Paket verfügbar: sudo apt install -y 3proxy. Wenn das Paket nicht verfügbar ist, installieren Sie es über den Build aus dem Quellcode oder eine Alternative wie tinyproxy/dante. Wir fahren mit 3proxy fort.
  2. Erstellen Sie ein Konfigurations- und Log-Verzeichnis, wenn diese nicht vorhanden sind: sudo mkdir -p /etc/3proxy /var/log/3proxy. Überprüfen Sie, wo die Konfigurationsdatei in Ihrer Build liegt (gewöhnlich /etc/3proxy/3proxy.cfg).
  3. Erstellen Sie die Konfigurationsdatei: sudo nano /etc/3proxy/3proxy.cfg und fügen Sie die grundlegende Konfiguration ein: daemon nscache 65536 config /etc/3proxy/3proxy.cfg monitor /etc/3proxy/3proxy.cfg log /var/log/3proxy/3proxy.log D logformat "%d %H:%M:%S %u %C:%c %R:%r %O %I %T" rotate 10 users user:CL:strongpassword auth strong allow user proxy -p3128 -a socks -p1080 flush. Erklärung: wir aktivieren die Dämonisierung, Logging, setzen den Benutzer user mit dem Passwort strongpassword, heben den HTTP-Proxy auf 3128 und SOCKS5 auf 1080. Bei Bedarf ändern Sie die Ports und Zugangsdaten.
  4. Beschränken Sie den Zugriff nach IP (empfohlen). Fügen Sie Zeilen vor dem Start des Proxys hinzu: allow user * 192.168.0.0/16 oder eine bestimmte vertrauenswürdige IP/Subnetz; oder verwenden Sie eine Firewall. Beispiel einer vereinfachten Zeile: allow user für den Zugriff nur mit Authentifizierung.
  5. Erlauben Sie das Binden an allen Schnittstellen. Standardmäßig hört der Dienst auf 0.0.0.0. Wenn Sie nur im lokalen Netzwerk hören möchten — verwenden Sie die Option -i mit der IP des Mini-PCs im LAN, z.B.: proxy -p3128 -a -i192.168.1.50. Für SOCKS genauso: socks -p1080 -i192.168.1.50.
  6. Erstellen Sie die systemd-Unit (falls nicht durch das Paket erstellt). Öffnen Sie: sudo nano /etc/systemd/system/3proxy.service. Fügen Sie ein: [Unit] Description=3proxy After=network-online.target Wants=network-online.target [Service] Type=simple ExecStart=/usr/bin/3proxy /etc/3proxy/3proxy.cfg Restart=always RestartSec=3 LimitNOFILE=65536 [Install] WantedBy=multi-user.target. Speichern Sie die Datei, führen Sie dann aus: sudo systemctl daemon-reload, sudo systemctl enable --now 3proxy.
  7. Überprüfen Sie den Status: systemctl status 3proxy. Sie sollten den Zustand „active (running)“ sehen. Bei einem Fehler überprüfen Sie journalctl -u 3proxy -e.
  8. Konfigurieren Sie UFW. Aktivieren Sie die Firewall: sudo ufw default deny incoming, sudo ufw default allow outgoing, sudo ufw allow 22/tcp (SSH), sudo ufw allow 3128/tcp, sudo ufw allow 1080/tcp nach Bedarf. Aktivieren Sie sie: sudo ufw enable. Überprüfen Sie die Regeln: sudo ufw status.
  9. Überprüfen Sie den Zugang zum Proxy von einem Client im lokalen Netzwerk. Geben Sie die IP des Mini-PCs und den Port 3128 (HTTP) oder 1080 (SOCKS5) an, geben Sie die Benutzername/Passwort user/strongpassword ein. Öffnen Sie eine IP-Erkennungs-Website und vergewissern Sie sich, dass die IP mobil ist.

Wichtige Punkte

  • Halten Sie den Proxy nicht offen. Verwenden Sie immer Authentifizierung und Beschränkung nach IP oder eine Firewall.
  • Speichern Sie Passwörter in einem Passwortmanager. Ändern Sie sie regelmäßig.
  • Logs: Überprüfen Sie regelmäßig /var/log/3proxy/3proxy.log.

Hinweis: Wenn Sie nur SOCKS5 möchten, entfernen Sie die Zeile proxy -p3128 -a und lassen Sie nur socks -p1080. Dies reduziert die Angriffsfläche.

Hinweis: Für mehrere Benutzer fügen Sie diese in den users Abschnitt mittels Doppelpunkt hinzu, z.B.: users alice:CL:pass1 bob:CL:pass2.

Erwartetes Ergebnis

3proxy läuft als Dienst, ist über die benötigten Ports verfügbar, durch Passwort und Firewall geschützt.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Dienst startet nicht. Grund: Fehler in der Konfiguration. Lösung: Überprüfen Sie die Syntax, vereinfachen Sie es auf die minimalistische Konfiguration und fügen Sie Optionen einzeln hinzu.
  • Problem: Client kann sich nicht verbinden. Grund: Blockade durch UFW. Lösung: Überprüfen Sie ufw status und die Korrektheit der erlaubten Ports.
  • Problem: Authentifizierung schlägt fehl. Lösung: Überprüfen Sie den Benutzungsabschnitt, das Fehlen überflüssiger Leerzeichen, starten Sie den Dienst neu.

✅ Überprüfung: Geben Sie vom Client den Proxy-Server an, authentifizieren Sie sich und öffnen Sie die Seite mit der IP-Ausgabe. Es sollte die mobile IP des Modems angezeigt werden.

Schritt 5: Autostart einrichten und Stabilität erhöhen

Ziel des Schrittes

Die automatische Start der Komponenten nach einem Neustart sicherzustellen, das Selbstwiederherstellen der Verbindung und die sichere Rotation der IP zu gewährleisten.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Überprüfen Sie den Autostart von 3proxy. Wir haben bereits systemctl enable --now 3proxy aktiviert. Stellen Sie sicher, dass der Dienst nach sudo reboot funktioniert.
  2. Fügen Sie einen Dienst hinzu, um das Modem beim Start zu verbinden. Obwohl ModemManager sicher den Bearer mit --simple-connect hochfährt, ist es sicherer, einen kleinen Dienst zu erstellen. Erstellen Sie die Datei /usr/local/bin/cell-up.sh mit dem Inhalt: Verbindung per mmcli -m 0 --simple-connect="apn=internet" mit Statusüberprüfung. Machen Sie die Datei ausführbar: sudo chmod +x /usr/local/bin/cell-up.sh.
  3. Erstellen Sie die Unit /etc/systemd/system/cell-up.service mit den Zeilen: [Unit] Description=Cellular bring-up After=ModemManager.service network-online.target Wants=network-online.target [Service] Type=oneshot ExecStart=/usr/local/bin/cell-up.sh RemainAfterExit=yes [Install] WantedBy=multi-user.target. Anwenden: sudo systemctl daemon-reload && sudo systemctl enable --now cell-up.
  4. IP-Rotationsskript. Erstellen Sie /usr/local/bin/cell-rotate.sh. Variante 1 für QMI/MBIM/Quectel: ausschalten, warten, einschalten: mmcli -m 0 --disconnect; dann mmcli -m 0 --set-power-state=low, 3–5 Sekunden Pause, dann mmcli -m 0 --set-power-state=on und wieder --simple-connect. Für AT-Unterstützung können Sie AT+CFUN=1,1 an den Port /dev/ttyUSB2 schicken, um das Modem neuzustarten. Für HiLink verwenden Sie die HTTP-API des Modems zum Trennen/Verbinden (wenn verfügbar). Fügen Sie Logs und Zeitlimits von 10–30 Sekunden zum Registrieren hinzu.
  5. Stellen Sie sicher, dass die Rotation korrekt funktioniert. Führen Sie sudo /usr/local/bin/cell-rotate.sh aus und vergleichen Sie curl -4 ifconfig.me davor und danach. Planen Sie gegebenenfalls einen Cron-Job, rotieren Sie jedoch nicht zu häufig, um die Richtlinien des Anbieters nicht zu verletzen.
  6. Modem-Watchdog. Erstellen Sie /usr/local/bin/cell-watchdog.sh, der alle 60 Sekunden eine zuverlässige Adresse pingt (z.B. 1.1.1.1), und bei 3 aufeinanderfolgenden Misserfolgen cell-rotate.sh ausführt. Erstellen Sie eine systemd-Unit mit dem Typ simple und Restart=always.
  7. Protokollüberwachung. Aktivieren Sie die Protokollrotation von 3proxy, die bereits durch die Option rotate 10 festgelegt wurde. Für Systemlogs stellen Sie sicher, dass journald die standardmäßigen Aufbewahrungsgrenzen hat.
  8. Feinjustierung von UFW. Lassen Sie nur die benötigten Ports geöffnet. Bei Zugriff aus dem Internet konfigurieren Sie Port-Forwarding am Router und IP-Beschränkungen auf der 3proxy- oder UFW-Ebene.

Wichtige Punkte

  • Rotation Intervalle sollten nicht zu häufig sein. Dies beeinflusst die Stabilität und könnte der Politik des Anbieters widersprechen.
  • Sicherheit: Bei externem Zugriff verwenden Sie nur eine geschlossene Liste von IPs und sichere Passwörter.
  • Logs und Metriken: Speichern Sie Logs in einem begrenzten Umfang, um die microSD nicht zu füllen.

Hinweis: Wenn Sie mehrere Modems haben, geben Sie den Schnittstellen und Geräten Namen durch udev-Regeln, damit sie beim Neustart nicht durcheinander kommen. Zum Beispiel vergeben Sie symbolische Links basierend auf der Seriennummer.

Hinweis: Für 5G-Modems sparen Sie nicht an einem aktiven USB-Hub und an der Stromversorgung. Das ist der Schlüssel zur stabilen Leistung unter Last.

Erwartetes Ergebnis

Das System hebt die mobile Verbindung und den Proxy beim Start automatisch an, und bei Problemen wird die Verbindung neu gestartet und der Dienst wiederhergestellt.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Rotation ändert IP nicht. Ursache: Anbieter gibt die gleiche Pooladresse zurück. Lösung: Erhöhen Sie die Wartezeit zwischen Disconnect/Connect auf 30–60 Sekunden; führen Sie eine vollständige Neuregistrierung der Stromversorgung des Modems durch; ändern Sie möglicherweise den Verbindungsort (Band) oder Standort.
  • Problem: Watchdog startet zu häufig neu. Lösung: Erhöhen Sie die Aktivierungsgrenze (z.B. 5–7 Fehlversuche) und das Intervall zwischen den Überprüfungen.

✅ Überprüfung: Starten Sie den Mini-PC neu. Stellen Sie sicher, dass 3proxy innerhalb von 1–2 Minuten verfügbar ist, das mobile Internet aktiv ist und das Rotationsskript tatsächlich die IP ändert.

Schritt 6: Testen, Überwachen, Protokollieren

Ziel des Schrittes

Die endgültige Konfiguration überprüfen, die grundlegende Leistung messen und eine einfache Überwachung des Node-Status einrichten.

Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Überprüfen Sie die Verfügbarkeit der Ports. Von einem Client aus führen Sie aus: Öffnen Sie einen Browser mit Proxy-Einstellungen und gehen Sie auf eine beliebige Webseite. Oder verwenden Sie Tools: curl -x http://user:strongpassword@IP:3128 http://example.com. Für SOCKS5: curl --socks5 user:strongpassword@IP:1080 http://example.com.
  2. Überprüfen Sie den IP-Wechsel. Vergleichen Sie die Ergebnisse curl -4 ifconfig.me vor und nach cell-rotate.sh.
  3. Bewerten Sie die Geschwindigkeit. Verwenden Sie speedtest-cli (zum Installieren: sudo apt install -y speedtest-cli) über die Proxy auf dem Client oder direkt auf der Platine. Beachten Sie, dass die Geschwindigkeit vom Anbieter und Signal abhängt.
  4. Überprüfen Sie die 3proxy-Logs: tail -f /var/log/3proxy/3proxy.log. Es sollten Zeilen über Verbindungen, Benutzer und Datenverkehr angezeigt werden.
  5. Überprüfen Sie das Systemprotokoll: journalctl -u ModemManager -e, journalctl -u 3proxy -e. Stellen Sie sicher, dass keine Fehler vorliegen.
  6. Aktivieren Sie grundlegende Telemetrie. Sie können in cron planen, Metrics für Signalstärke über AT-Befehle (z.B. AT+CSQ) zu sammeln und in eine Datei zur Analyse der Abdeckungstendenzen zu schreiben.

Wichtige Punkte

  • Realistische Erwartungen: Der mobile Kanal ist Schwankungen ausgesetzt. Planen Sie Reserven ein.
  • Protokollierung hilft, Notfälle zu klären und die Konfiguration zu optimieren.

Hinweis: Wenn Sie mehrere Proxys auf einem Board verwenden, verteilen Sie Ports, Benutzer und fügen Sie zur Protokollbezeichnung die Node-Markierung hinzu, um nicht durcheinander zu kommen.

Erwartetes Ergebnis

Die Verbindung über den Proxy funktioniert, die IP wird als mobil erkannt, die Rotation ist aktiv, Logs und Protokolle dokumentieren Ereignisse.

Mögliche Probleme und deren Lösungen

  • Problem: Geschwindigkeit ist niedrig. Ursache: Schwaches Signal oder überlastete Zelle. Lösung: Ändern Sie den Standort des Modems, verwenden Sie externe Antennen, versuchen Sie einen anderen Anbieter.
  • Problem: Instabilität unter Last. Ursache: Stromversorgung. Lösung: leistungsstarker Netzadapter, aktiver Hub, qualitativ hochwertiges Kabel, aktivieren Sie die Kühlung.

✅ Überprüfung: Erhalten Sie die mobile IP über den Proxy und stellen Sie sicher, dass einfache Webseiten schnell geöffnet werden. Starten Sie einen Speedtest und vergleichen Sie mit Ihren Erwartungen.

Überprüfung des Ergebnisses

Checkliste

  • SSH-Zugang zu dem Mini-PC funktioniert.
  • ModemManager sieht das Modem, die Verbindung wird automatisch aufgebaut.
  • 3proxy läuft als Dienst und hört auf den angegebenen Ports.
  • Zugang zum Proxy ist durch Passwörter und eine Firewall beschränkt.
  • Die IP-Rotation ändert die öffentliche Adresse in mindestens einigen Fällen.
  • Logs werden geschrieben, das System überhitzt sich nicht und verliert keine Stromversorgung.

Wie man testet

  • Öffnen Sie 2–3 IP-Erkennungs-Webseiten über den Proxy. Vergleichen Sie die Adressen vor und nach der Rotation.
  • Führen Sie eine Serie von kurzen Anfragen über den Proxy aus und bewerten Sie die Latenz: curl -w "%{time_connect} %{time_starttransfer}\n" -o /dev/null -s http://example.com.
  • Starten Sie das Gerät neu. Stellen Sie sicher, dass alle Dienste selbstständig starten.

Erfolgsindikatoren

  • Die Wiederherstellungszeit nach einem Neustart bis zum voll funktionsfähigen Zustand beträgt weniger als 2 Minuten.
  • Der Prozentsatz der erfolgreichen Rotationen mit IP-Änderung beträgt mindestens 50–70% (abhängig vom Anbieter).
  • Stabilität unter Last von 1–2 Mbit/s ohne Einbrüche über mehrere Stunden.

Typische Fehler und Lösungen

  • Problem: Proxy ist ohne Passwort aus dem Internet zugänglich. Ursache: Authentifizierung und UFW-Einstellungen wurden übersehen. Lösung: Aktivieren Sie auth strong und users in 3proxy, beschränken Sie den UFW-Zugang und nach IP.
  • Problem: Modem fällt sporadisch aus. Ursache: Unzureichende Stromversorgung oder Überhitzung. Lösung: Aktiver USB-Hub, besseres Netzteil, Kühlung, Watchdog mit Neustart-Skript.
  • Problem: mmcli findet das Modem nach einem Neustart nicht. Ursache: Initialisierungsreihenfolge. Lösung: Fügen Sie die Abhängigkeit After=ModemManager.service und eine Verzögerung in cell-up.service hinzu, überprüfen Sie die udev-Regeln.
  • Problem: Rotation gibt keine neue IP. Ursache: Politik des Anbieters. Lösung: Erhöhen Sie die Pause zwischen Disconnect/Connect, ändern Sie den Standort, führen Sie bei HiLink eine vollständige Registrierung des Modems durch.
  • Problem: Logs füllen die microSD. Ursache: Zu detaillierte Protokollierung. Lösung: Reduzieren Sie die Detailgenauigkeit, aktivieren Sie Rotation und automatische Reinigung, verschieben Sie Logs nach /var/log mit Rotation.
  • Problem: Geringe Geschwindigkeit bei 5G-Modem. Ursache: Verwendung von USB 2.0 oder schwaches Kabel. Lösung: Schließen Sie es an USB 3.0 an, verwenden Sie ein kurzes abgeschirmtes Kabel, einen aktiven Hub, aktualisieren Sie die Modem-Firmware wenn möglich.
  • Problem: Portkonflikte. Ursache: Andere Dienste hören bereits auf diesen Ports. Lösung: Ändern Sie die Ports in 3proxy und UFW, überprüfen Sie ss -tulpen.

Zusätzliche Möglichkeiten

Fortgeschrittene Einstellungen

  • Multi-Modem-Konfiguration. Schließen Sie 2–4 Modems über einen aktiven Hub an. Erstellen Sie separate Instanzen von 3proxy mit einzigartigen Ports und Konten für jedes Modem. Binden Sie die ausgehende Schnittstelle über ip rule und ip route (politische Routenführung), falls eine explizite Trennung des Verkehrs erforderlich ist.
  • API für Rotation. Starten Sie einen leichten HTTP-Dienst über socat oder einen winzigen Webserver, der auf GET-Anfragen cell-rotate.sh aufruft. Fügen Sie grundlegende Authentifizierung und IP-Beschränkung hinzu.
  • Binden an Schnittstellen. Verwenden Sie in der 3proxy-Konfiguration die Option -e für die ausgehende IP/Schnittstelle, wenn Sie mehrere aktive Kanäle haben und den Ausgang über ein bestimmtes Modem erzwingen müssen.

Optimierung

  • Stabilität des Dateisystems. Aktivieren Sie zram oder verschieben Sie intensive Logs nach /tmp oder auf eine externe SSD, wenn die Last hoch ist.
  • Verzögerungen reduzieren. Platzieren Sie das Modem näher am Fenster, verwenden Sie hochwertige Antennen, schalten Sie überflüssige Dämonen im System aus.
  • Firmware-Updates. Aktualisieren Sie das Modem bei Bedarf auf die neueste stabile Version mit offizieller Software des Herstellers. Führen Sie immer Backups durch und unterbrechen Sie das Update nicht.

Was man sonst noch tun kann

  • Integration mit einem Kontrollpanel. Implementieren Sie eine einfache HTML-Seite mit Schaltflächen „connect“, „disconnect“, „rotate“ und Statusanzeige.
  • Lastenverteilung für Clients. Bei mehreren Modems können Sie Benutzer manuell auf die Ports verschiedener 3proxy-Instanzen verteilen, um eine gleichmäßige Lastverteilung zu gewährleisten.
  • Vergleich mit fertigen Lösungen. Wenn Skalierbarkeit, automatisierte Abrechnung und flexible APIs erforderlich sind, ziehen Sie spezialisierte Dienste wie mobileproxy.space in Betracht, um die Funktionalität zu verstehen, die Sie in Ihrer lokalen Lösung adaptieren können. Dies hilft, zu verstehen, wohin man sich entwickeln sollte.

Hinweis: Speichern Sie alle Skripte in /usr/local/bin und kennzeichnen Sie sie mit Version und Datum. Dies erleichtert die Wartung.

Hinweis: Fügen Sie interne Lesezeichen nach Abschnitten im Leitfaden und in Ihren Dokumenten hinzu. Zum Beispiel, „Siehe Schritt 4 zur Konfiguration von 3proxy“.

FAQ

  1. Wie viele Modems können an einen Mini-PC angeschlossen werden? Abhängig von Stromversorgung und Hub — normalerweise 2–4 ohne Probleme. Stellen Sie sicher, dass jedes Modem genügend Strom hat und verwenden Sie einen aktiven Hub.
  2. Funktioniert es ohne Ethernet, nur über Wi‑Fi? Ja. Verbinden Sie den Mini-PC mit Wi‑Fi und stellen Sie sicher, dass der Router das Gerät sieht. Der Proxy ist über die Wi‑Fi IP verfügbar.
  3. Kann man nur SOCKS5 verwenden? Ja, lassen Sie in 3proxy nur die Zeile socks und entfernen Sie den HTTP-Proxy. Das vereinfacht die Konfiguration.
  4. Ist eine öffentliche statische IP erforderlich? Nein, wenn der Zugriff nur aus Ihrem lokalen Netzwerk erfolgt. Wenn der Zugriff aus dem Internet erforderlich ist, richten Sie Port-Forwarding auf Ihrem Router ein und beschränken Sie den Zugriff nach IP und Passwort. Beachten Sie die Richtlinien des Anbieters.
  5. Wie oft kann die IP rotiert werden? Sicher — nicht öfter als ein paar Mal pro Stunde. Übermäßige Rotation verringert die Stabilität und kann die Richtlinien des Anbieters verletzen.
  6. Kann man es auf einem alten Raspberry Pi 2 implementieren? Technisch ja, aber die Leistung wäre eingeschränkt. Wir empfehlen Pi 3B+ oder neuer.
  7. Was tun, wenn 3proxy nicht im Repository vorhanden ist? Verwenden Sie den Build aus dem Quellcode oder Alternativen tinyproxy (HTTP) und dante-server (SOCKS). Die Konfiguration ist im Prinzip ähnlich.
  8. Wie kann man das Signallevel ermitteln? Für Quectel: Senden Sie AT+CSQ an den Hauptport des Modems, Interpretation: 15–20 mittel, 20+ gut. Für HiLink — überprüfen Sie den Status in der Web-Oberfläche des Modems.
  9. Wie schützt man sich vor Überhitzung? Installieren Sie Kühler und Lüfter, überwachen Sie die Temperatur vcgencmd measure_temp auf Raspberry Pi, halten Sie sie unter 70–75°C unter Last.
  10. Kann man die Skripte auf einer anderen Platine wiederverwenden? Ja. Verschieben Sie die Dateien aus /usr/local/bin und systemd-Units, passen Sie die Pfade zum Modem und APN an.

Fazit

Sie haben eine voll funktionsfähige mobile Proxy-Node auf Raspberry Pi oder Orange Pi zusammengestellt: Sie haben Board, Modem und Stromversorgung ausgewählt, das Betriebssystem installiert, ModemManager aktiviert, die Verbindung hergestellt, 3proxy mit Authentifizierung und Firewall konfiguriert, Autostart, IP-Rotation und grundlegende Überwachung eingerichtet. Jetzt haben Sie praktische Erfahrung und ein funktionierendes Werkzeug zum Testen mobiler Daten, zur Integration mit internen Systemen und für Bildungszwecke. Sie können Ihre Lösung weiterentwickeln: mehrere Modems hinzufügen, ein Kontrollpanel einrichten, eine API-Rotation integrieren, die Hardware und die Logik der Fehlertoleranz optimieren. Um die besten Praktiken und Funktionen zu verstehen, ist es hilfreich, sich an Dienste wie mobileproxy.space zu orientieren, um deren Möglichkeiten mit Ihrer lokalen Umgebung zu vergleichen. Wenn Sie schnell skalieren müssen, können Sie Ihre eigenen Nodes mit bereitgestellten verwalteten Lösungen kombinieren.

⚠️ Achtung: Halten Sie immer die Gesetze und Verträge mit Ihrem Mobilfunkanbieter ein. Verwenden Sie Proxy nicht für illegale Aufgaben und versuchen Sie nicht, Einschränkungen zu umgehen. Halten Sie das Gerät in gutem Zustand, überwachen Sie die Stromversorgung und Temperatur.

Hinweis: Machen Sie eine Sicherungskopie der microSD-Karte nach der vollständigen Einrichtung. Dies ermöglicht eine schnelle Wiederherstellung bei einem Festplattenschaden oder experimentellen Änderungen.